Das Aus für Mitsubishis LCD-Fernseher

Was Insider schon länger vermutet haben, ist nun zur Gewissheit geworden: Denn in einer Pressemeldung verkündet Mitsubishi das Ende des Engagements im LCD-TV-Markt. Bereits die Tatsache, dass auf der CES in Las Vegas kein Nachfolgemodell für die Unisen-Fernseher-Baureihe präsentiert wurde, galt als starkes Indiz. Mitsubishi blickt auf eine lange und – insbesondere in den USA – erfolgreiche TV-Vermarktung zurück. Die Japaner wollen sich nun auf die selbst entwickelten Rückprojektions-TVs und auf große LaserVue-Modelle (über 73 Zoll Display-Größe) fokussieren. Zuletzt war Mitsubishi vor zwei Wochen auf ihrem Stand bei der chinesischen Fachmesse FPD nur mit Displays für den professionellen Gebrauch vertreten, geeignet für Finanz-Terminals, industrielle und medizinische Zwecke sowie für den Outdoor-Bereich.
Da Mitsubishi bereits im vergangenen Jahr als strategischer Investor ein Joint Venture mit dem in Taiwan beheimateten LED-Chiphersteller Formosa Epitaxy unter Dach und Fach gebracht hatte, bleibt dennoch eine Verbindung zum LCD-Segment erhalten. Mit frischem Kapital ausgerüstet hat sich die Firma mittlerweile zum Hersteller von LED-Modulen entwickelt. Mitsubishi ist als Anteilseigner mit 15 Prozent beteiligt und wird, so berichtet Digitimes, kurzfristig auch zwei Aufsichtsratsitze einnehmen. Üblicherweise bekommen taiwanische LED-Unternehmen in Japan wegen des restriktiven Patentrechts kaum den sprichwörtlichen „Fuß in die Tür“. In diesem Fall hat sich Mitsubishi jedoch als Türöffner betätigt und den Weg zu den Absatzkanälen geebnet. Logischerweise stehen dabei auch die eigenen Interessen im Vordergrund: Formosa Epitaxy baut die Fertigungsstrecke, doch die Japaner haben die Herrschaft über die Komponentenbeschaffung.
Zwar ist die Fertigung von LED-Modulen im Vergleich zum LED-Chip-Geschäft mit einem Rückgang der Bruttospanne von rund 40 Prozent längst nicht mehr so lukrativ, dennoch setzt Formosa Epitaxy auf die Synergieeffekte der Zusammenarbeit und erwartet als Auftragsfertiger deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen bereits im zweiten Quartal 2011. Diesen Optimismus scheint Mitsubishi zu teilen, denn zum Ende des vergangenen Jahres wurde mit dem Kauf von 74,69 von 90 Millionen neu emittierten Formosa-Papieren weiteres Kapital in das gemeinsame Projekt investiert. Eine einzelne Aktie war zu dem Zeitpunkt für 0,86 Euro zu haben.

