DisplaySearch: 3D-Fernseher ein „Megaflop“

Samsung 3D-Heimkino

Die 3D-Welle scheint an Kraft zu verlieren, denn trotz des großen Hypes um aktuelle 3D-Kinofilme halten die Umsätze bei 3D-fähigen Fernsehgeräten nicht mit. Wie die Marktforscher von DisplaySearch herausgefunden haben, blieben die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Nur zwei Prozent (3,2 Millionen) der bisher im Jahr 2010 ausgelieferten TVs waren 3D-fähig. Sogar die elitären „Alles-haben-Müsser“ zeigten nicht das erwartete Interesse. Viele der Käufer konnten sich überdies nicht dem zusätzlichen Erwerb der benötigten Shutterbrille anfreunden. Der DisplaySearch-Analyst Paul Gray bewertet gerade letzteres als große Enttäuschung. Gegenüber pressetext.at gab er an, dass eigentlich damit gerechnet wurde, dass pro Fernsehgerät zwei 3D-Brillen über den Ladentisch wandern würden. Derzeit werde jedoch weniger als ein Exemplar verkauft, so dass die 3D-Technik bei vielen Geräten trotz der Fähigkeit ungenutzt bleibe.

Möglicherweise sind die deprimierenden Verkaufszahlen die Folge eines Schnellschusses, bei dem nicht bedacht wurde, dass 3D-Fernseher ohne ausreichende 3D-Inhalte kaum einen Kaufanreiz bewirken können. So ist zum Beispiel der Kino-Hit Avatar weder auf DVD noch Blu-ray in 3D auf dem Markt. Daraus schließt Gray, dass dem Hollywood-Trend zu früh nachgegeben wurde, was ein Verlustgeschäft zur Folge hatte. Sogar der fortschrittsgläubige USA Markt zeigt sich momentan von 3D wenig beeindruckt. Das 3D-Kinoerlebnis sei von einer großen Kinoleinwand nicht so ohne weiteres auf eine eher kleine Bildschirmdiagonale zu übertragen, analysiert Gray weiter.

Die 3D-Preispolitik habe insbesondere in den letzten Wochen eine groteske Angebotssituation bewirkt. Im Highend-Segment für 3D-fähige Fernseher wurden vom Verbraucher Preise zwischen 1.500 und 2.000 Dollar verlangt, während die 2D-Einsteigerklasse bereits für 500 Dollar zu bekommen war. Und die mittlere Preisklasse? – Fehlanzeige! Das Ergebnis, so Gray gegenüber pressetext, sei die extreme Kaufzurückhaltung vieler Kunden.

Trotz dieser Phase der Ernüchterung orakeln die Marktforscher, dass 3D dennoch mittel- bis langfristig durchsetzungsfähig sein wird. Die Erwartungen von DisplaySearch gehen von etwa 90 Millionen ausgelieferter Geräte im Jahr 2014 aus. Der Grund dafür, so Gray, seien die geringen Zusatzkosten für die 3D-TV-Produktion. Daher werde die Industrie in jedem Fall daran festhalten. Allerdings müsse auch bald das notwendige Content-Angebot verfügbar sein, um potenzielle 3D-TV-Käufer von ihrer Zurückhaltung abzubringen.

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